Mit Deutschland liegt einiges im Argen habe ich den Eindruck. Was für ein Wortspiel, wenn man nur an die ARGE denkt. Dabei will ich darauf gar nicht hinaus.
Unser Bildunssystem bildet nicht mehr, so wissen wir spätestens seit Pisa oder wenn wir uns im Fernsehen ansehen, wie wenig Deutsche wissen, wo besagte Stadt überhaupt liegt. Vielleicht in Spanien? Da gibt es doch so einen Turm oder?
„Zur Lösung des Problems wurden viele Vorschläge gemacht, die sich meistens um das hin und her kleiner bedruckter Papierscheine drehten.“ (Douglas Adams)
Das Zentralabitur wurde eingeführt, jetzt sogar als Miniedition erhältlich: in 12 Jahren abbezahlt! Ich zähle zum ersten Jahrgang, der dem Zentralabitur zum Opfer fiel: in meiner DeutschLK Klausur sollte ich ein Gedicht analysieren, was wir bereits in der 9. Klasse besprochen hatten. Und in der 11. Klasse. Und in der 13. Klasse – um nur eines der Beispiele zu nennen. Wofür die 11. Klasse da war, haben sich die Minister wohl auch nicht überlegt: hart gesagt war sie dazu da, um die unmotivierten Beteiligten raus zu kegeln. Wie im Studium! Jetzt muss man sich eben vorher überlegen, ob die Allgemeine Hochschulreife das richtige ist, um keinen Job zu finden.
Ach ja, das leidige Thema Job-Suche. Wenn man nicht gerade faul ist – und ich bin jetzt einfach mal hoffnungslos optimistisch und gehe davon aus, das die meisten das nicht sind – sollte es doch machbar sein, Steuern zahlen zu dürfen. Ich gebe zu, die Krise spielt eine Rolle bei den schlechten Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Aber selbst, wenn man zwei Ausbildungen hätte, bekommt man heute nicht einmal mehr eine Absage geschickt. Man hört gar nichts mehr. Weder ja noch nein. Sind die Arbeitgeber hinter den Stellenausschreibungen so vom Personalmangel gebeutelt, dass sie nicht einmal mehr ihre Sekretärin dazu verdonnern können, Absagen abzuschicken? Offenbar! Armes Deutschland, so wird das nichts mit dem Schuldenabbau!
Und wenn man tatsächlich einen Job gefunden hat? Ich hatte ein interessantes Erlebnis beim Arzt vor wenigen Tagen. Die Sprechstundenhilfe beklagte sich darüber, dass sie jeden Tag, außer Mittwochs und am Wochenende, 10-Stunden-Schichten habe. Sollte ich sie auslachen oder Mitgefühl heucheln? Ich gebe ja zu, als Student führt man das reinste Lotterleben, aber wenn ich aus vertrauenswürdigen Quellen Beschwerden über 17 Stunden am Tag höre, muss ich über 10 lachen. Man könnte glatt von Ausbeutung sprechen, wenn man bei einer bekannten Fastfoodkette – nennen wir sie McD., nein, das ist zu offensichtlich, M.Donalds – einen 30-Stunden-Vertrag unterschreibt und keine Woche unter 50 Stunden abschließt. Und wehe man ist krank.
Dann verliert man nicht nur seinen Job, sondern sieht sich auch der harten Hand des Gesundheitssystems ausgesetzt. Oder sollte ich besser sagen, der harten Hand einer 2-Klassen-Gesellschaft? Was für ein Glück, dass Herr Rösler (der mir persönlich sogar ganz sympathisch erscheint – vielleicht schafft er es ja wirklich?!) sich anspruchsvolle Ziele gesetzt hat: er will das System verbessern. Doch bis das auf dem Weg ist, werden Kassenpatienten weiterhin nicht mit „Guten Tag“ sondern „10 Euro“ (ohne bitte) begrüßt, nachdem sie 4 Wochen auf ihren Termin beim Arzt warten mussten. Dabei darf man den Ärzten nicht mal Vorwürfe machen, denn die Zahl der niedergelassenen Hausärzte geht stetig zurück, sodass sogar ein pensionierter Medicus sich überlegen muss, nicht zum Wohl der Gemeinde einfach weiter zumachen, bis er selbst dem Leiden zum Opfer fällt. Kaum ein Arzt geht pünktlich nach Hause geschweige denn die Schwestern, oder besagte Sprechstundenhilfen. Doch wem macht man dann den Vorwurf? Irgendwer muss hier der Sündenbock sein. Ich schlage die Krankenkassen vor, die Gesundheit gerade jetzt zu einem Luxus-Gut werden lassen, indem sie die Beiträge einfach mal ein wenig erhöhen.
Die wenigstens von uns können wohl hoffen, alt zu werden, ohne krank zu werden, aber keine Sorge, wenn das möglich ist, sage ich Bescheid!